VI. Walbeck

Ruine der Stiftskirche St. Marien (11. Jahrhundert)

Nur noch als Ruine ist die ehemalige Stiftskirche St. Marien, St. Pankratius und St. Anna erhalten. Sie war zu Gründungszeiten eine flachgedeckte kreuzförmige Pfeilerbasilika von vier Jochen. Bereits vor 964 war er im wesentlichen vollendet. Durch Arkaden wurden das Mittelschiff und die Seitenschiffe (im Verhältnis 3:1 proportioniert) voneinander abgesondert. Der Abschluss im Westen des Langhauses bestand wohl zuerst aus einer schlichten Giebelfront. Durch die weitgespannten Triumpfbögen auf kräftigen Wandvorlagen gegen Mittelschiff und Chor bestimmt den unmittelbaren Eindruck von der Ruine. Der südliche Teil der Apsis aus sorgfältig gesetztem Hausteinmauerwerk und angesetzter Wölbung, sowie ein Teil des Apsisbogens auf feinteilig profilierten Kämpferfragment vom Gründungsbau vorhanden. Desweiteren sind die Umfassungsmauern des Querhauses (teilweise bis zum Dachansatz reichend) und die Chorseitenwände, nicht mehr in voller Höhe, erhalten. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die nördliche Giebelwand erneuert. Die südliche Hochschiffwand ist vom Kernbau des Langhauses übrig geblieben. Um 1000 wurde ein Erweiterungsbau des Langhauses vorgenommen. Hiervon sind die beiden rechteckigen Pfeilerpaare mit profilierten Kämpfern und eineinhalb Arkaden erhalten. Die Ostwand mit drei Durchgangsarkaden zum Mittelschiff und überhalb befindlichen rundbogigen Emporeöffnungen sowie Fragmente der Teilungswände des frühromanischen Westquerbaus sind noch vorhanden. Die Grabanlage des Stifters Graf Lothar des II. von Walbeck inmitten des Querhauses, ist das Zentrum des Gründungsbaus. 1932 wurde die Anlage freigelegt, darum befindet sich der sarkophagförmige Stuckaufsatz über der Grabkammer in der Dorfkirche. Das fürstliche Grabdenkmal ist eines der wenigen erhaltenen aus ottonischer Zeit.

Öffnungszeiten: jederzeit zugänglich ist das Objekt der Stiftungsruine. Nach Absprache mit der Gemeindeverwaltung Walbeck, Kirchstraße 60a, 39356 Walbeck, Tel. 03 90 61/2 76 kann die Dorfkirche und das Stiftungsgrab besichtigt werden.

Führungen: nach Vereinbarung mit der Gemeindeverwaltung

Parkenmöglichkeit: Am Markt und in verschiedenen Dorfstraßen im Ort

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