Zi-e-sar, wird dreisilbig gesprochen und bedeutet im Slawischen "Hinter dem See". Die Burganlage war im Süden und Westen von der heute ausgetrockneten "Alten See" und im Norden durch Gräben gesichert. 948 wird Ziesar in der Gründungsurkunde für das Bistum Brandenburg erwähnt. Das "brugwardium" lag in direkter Nähe der alten Handels- und Heerstraße vom Süden Deutschlands über Magdeburg zur Ostküste. Es dienst als Residenz der Bischöfe von Brandenburg und als mächtige Wehranlage. Von den einst vorhandenen sieben Türmen stehen heute nur noch zwei. Der "Storchenturm" (das frühere Burgverließ) steht vor der Burg und wird jedes Jahr von einem verliebten Pärchen bewohnt, nämlich wie der Name verrät, dem Storchenpaar. Der aus Granitquadern erbaute 35 m hohe Bergfried kann vom Burghof bestiegen werden. Die Form der Turmhaube, die einer Bischofsmütze gleicht, erhielt er unter Bischof Matthias von Jargow, der hier im 16. Jahrhundert residierte. 1470 erbaute und weihte Bischof Dietrich von Stechow die Schlosskapelle. Von 1691 - 1830 nutzte die reformierte (calvinistische) Gemeinde die Kapelle als Gottesraum. Ihrem Glauben fielen die Wandmalereien zum Opfer, da sie der Meinung waren, der Ort sollte schlicht und einfach gestaltet werden. Bei aufwendigen Restaurierungsarbeiten um 1952/53 konnte die Übermalung entfernt werden. Seit dieser zeit nutzt die katholische Gemeinde von Ziesar die Schlosskapelle. Außerhalb der Burg erreicht man die Parkanlage und das Areal der "Alten See".

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